Was gerade geht


Im März schwanke ich zwischen Hoffnung und Erschöpfung, wie man in meinem Miniskizzenbuch sehen kann. Seit Wochen, ja Monaten ist das Energielevel sehr niedrig, die Inspiration gering und der Antrieb oft gar nicht vorhanden. Was Hoffnung macht, ist die Eiseninfusion, die ich demnächst bekomme.

Was nebst dem Weiter-Bearbeiten von “Hera” und ein paar Ferientagen in Italien geht, sind die selbstgemachten Hefte:

Im Dezember durfte ich ja Annette in ihrem Atelier besuchen. Bei dieser Gelegenheit nähte ich das Heft, das links zu sehen ist – das mit den runden Löchern. Der Einband stammt aus dem festen Schutzpapier einer Bananenschachtel. Die Seiten innen bestehen aus einem gefalteten, aufgeschnittenen und genähten Plakat. Hier ein paar Einblicke ins etwas neuere “Innenleben” dieses Löcherheftes:

Ich klebe, reisse, leime, male. Nicht alles am gleichen Tag, oft liegen Wochen oder gar Monate dazwischen. Und ich zeige hier auch nicht alles ;-).

Auf der in gelb gestalteten Doppelseite hat es zwei Taschen, in die man etwas reinstecken kann. Links das schräg gerissene braune Papiertütchen, in die einst kleine Postkarten verpackt waren, rechts ein mit Zickzackschere aufgeschnittenes und längs geklebtes Couvert.

Das frühlingsbunte Heft (weiter oben rechts zu sehen) nähte ich jetzt im März, und zwar aus einer kleineren Coop-Papiertasche. Ich habe diesmal den Einband umgedreht, so dass die Taschen auf der Aussenseite sind. Dadurch konnte ich auf der Titelseite eine Postkarte aus der Corbusier-Ausstellung im ZPK einstecken.

Die Henkel der Tasche habe ich dran gelassen, damit sie, wenn das Heft zugeklappt ist, eine Art Zottel ergeben (in der Mitte halbiert und dann je längs eingeschnitten). Wenn das Heft offen daliegt, kann man die Henkel noch erkennen ;-). Ebenfalls eingeklebt habe ich eine Mini-Girlande aus zusammengenähten Pralinépapierchen, die Annette im Dezember ratz-fatz gemacht hatte, um mir zu erklären, wie man eine Girlande näht. Sehr einfach eigentlich – ich will es schon länger mal daheim ausprobieren. Vielleicht, wenn ich wieder mehr Energie habe…

Diese selbstgemachten Helfte sind alles andere als perfekt. Dadurch habe ich keine Angst, wilde Sachen auszuprobieren und wie ein Kind zu kleben und zu kombinieren. Alles ist erlaubt. Es geht nicht darum, ein “präsentables” Produkt zu haben, sondern um den Prozess. Wie die Erfahrung mit meinem Miniskizzenbuch zeigte, kann es aber sein, dass genau dieses Kindliche-Darauflos-Arbeiten dazu führt, dass man etwas entdeckt, was danach auch ausserhalb dieses Rahmens eine weitere Umsetzung findet. Alles kann, nichts muss.

Übrigens: Falls das jetzt jemanden “gluschtig macht”, selbst ein solches Büchlein zu nähen, gibt es voraussichtlich am 1. Mai die Gelegenheit dazu, dies bei Annette im Rahmen von “Kunst im Mai” im Effinger zu lernen. Weitere Infos folgen!