Gletscher + Überschriften


Im September kehre ich nach einer intensiven Zeit auf Arbeit ins Atelier und zum Gletscherthema zurück. Ich suche nach einem Bild, das einen Menschen vor einem Gletscher zeigt. Ich entscheide mich für ein Foto des Perito-Moreno-Gletschers in Patagonien und nehme Bleistift und Aquarell zur Hand. Das Resultat haut mich nicht aus den Socken, aber so ist das manchmal. Ich nehme es zur Kenntnis und gehe zum Nächsten.

Inspiriert von einem Instagram-Post, den ich mir abgespeichert hatte, spiele ich mit Zeitungsschnipseln, indem ich Überschriften aus alten Ausgaben der ZEIT ausschneide und übereinanderlege. Spannend scheint mir, bis wohin Worte erkennbar bleiben, aber auch, wie die verschiedenen Schriftgrössen miteinander wirken. Besonders gefällt mir das oberste Drittel mit den engen Schnipselstreifen; ich finde das wirkt fast am besten.

Zum Schluss noch mein Lieblingszitat aus “Keep Going” von Austin Kleon, das ich inzwischen fertig gelesen habe. Es geht um Kunst und Kreativität in schwierigen Zeiten. Da könnte man ja versucht sein sich entmutigen zu lassen oder zu verstummen. Englisches Original siehe oben, auf Deutsch ungefähr so:

“Genau das ist der Moment, in dem Künstler sich an die Arbeit machen. Es gibt keine Zeit für Verzweiflung, keinen Platz für Selbstmitleid, keinen Grund zum Schweigen, keinen Raum für Angst. Wir sprechen, wir schreiben, wir gestalten Sprache. So heilen Zivilisationen. Ich weiss, dass die Welt verletzt ist und blutet, und obwohl es wichtig ist, ihren Schmerz nicht zu ignorieren, ist es ebenso entscheidend, sich ihrer Boshaftigkeit nicht zu beugen. Wie das Scheitern birgt auch das Chaos Informationen, die zu Wissen – ja sogar zu Weisheit – führen können. Wie die Kunst.”